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Aufstieg nur auf sicherem Grund
Hier reichte die Tragfähigkeit des Bodens nicht aus, um die Stützkräfte der beladenen Bühne bei weiter Ausladung aufzunehmen.
Hier reichte die Tragfähigkeit des Bodens nicht aus, um die Stützkräfte der beladenen Bühne bei weiter Ausladung aufzunehmen.
Der Einsatz von Hubarbeitsbühnen gilt als eine sehr sichere Methode, um Arbeiten jeglicher Art in der Höhe auszuführen. Trotzdem kommt es in der Praxis gelegentlich zu Unfällen. Diese sind oft auf eine ungenügende oder fehlerhafte Abstützung der Maschine zurückzuführen – Ursache ist meist eine falsche Beurteilung des Untergrunds. Worauf muss man achten?

Die Standsicherheit einer Hubarbeitsbühne und damit die Sicherheit der darauf arbeitenden Personen hängt in hohem Maße von den Eigenschaften des Untergrunds ab, auf dem die Maschine steht. Das gilt für alle Arten von Bühnen gleichermaßen und unabhängig davon, ob im konkreten Einzelfall die Verwendung von Stützen oder Auslegern erforderlich ist, oder die Bühne freistehend auf Rädern oder Raupenfahrwerk betrieben werden kann. In jedem Fall ist die sach- und fachgerechte Einschätzung des vorhandenen Untergrundes sowie die daraus sich ergebende Abstützungsmethode die Voraussetzung für einen sicheren Betrieb. Eine unsachgemäß aufgestellte und fehlerhaft abgestützte Arbeitsbühne kann im Extremfall umstürzen – der Bediener wird aus dem Arbeitskorb geschleudert und im ungünstigsten Fall sogar unter seiner eigenen Maschine begraben.
Beispiele guter und schlechter Arbeitspraktiken.
Beispiele guter und schlechter Arbeitspraktiken.
Den Untergrund prüfen!

Ein gering tragfähiger Untergrund taugt nicht zur Aufstellung einer Bühne – ist der Boden den Drücken unter den Rädern oder Abstützzylindern nicht gewachsen gibt er nach, die ursprünglich horizontale Ausrichtung und das Gleichgewicht der Maschine sind nicht mehr gegeben. Vor allem bei weiter Ausladung des Korbs treten mitunter große Stützkräfte auf, die der Boden nicht aufnehmen kann – die Maschine wird instabil. Das A und O eines sicheren Bühnenbetriebs ist deshalb eine solide Standbasis. Dazu ist vor dem Einsatz oder Aufstellen einer Hubarbeitsbühne eine sorgfältige Bewertung der Bodenverhältnisse unerlässlich. Das gilt nicht etwa – wie irrtümlicherweise oft angenommen wird – nur für Bühnen, die mit Auslegern abgestützt werden müssen. Die Bewertung der Bodenverhältnisse ist bei selbst fahrenden Geräten nicht weniger wichtig, also auch bei Teleskop- und Scherenbühnen auf Rädern oder Raupen, die mit angehobener Plattform verfahren werden. Fährt man beispielsweise vom harten auf weichen Untergrund, können die Räder einseitig einsinken, die Schwerpunktlage verändert sich – im schlimmsten Falle kann die Maschine umstürzen.

Unterschiedlich verdichtete Bodenbereiche sind auf Baustellen an der Tagesordnung, auch unzureichend abgedeckte Hohlräume oder Aussparungen in Decken und Baugruben bzw. Leitungen und Kanäle, die unsichtbar dicht unter der Oberfläche verlaufen. Es versteht sich von selbst, dass eine Bühne auf Schächten, Kanaldeckeln oder abgedeckten Öffnungen erst aufgestellt werden kann, nachdem gründlich deren Tragfähigkeit geprüft ist. Die unter den Rädern oder Stützzylindern wirkenden Kräfte setzen sich aus dem Eigengewicht der Maschine, dem Lastmoment aus der Ausladung und ggf. dynamischen Kräften aus Fahr- oder Arbeitsbewegungen zusammen.

Vorsicht bei Bewegung!

Die Bodenverhältnisse müssen besonders sorgfältig beobachtet werden, wenn die Bühne in Transportstellung bewegt werden muss. Vor allem wenn die Plattform beladen ist, kann sich die Maschine auf weichem Untergrund leicht festfahren. Selbst wenn dies nicht gleich Gefahr bedeutet, es ist auf jeden Fall ärgerlich und zieht Kosten und Arbeitsverzögerungen nach sich.

Beim Einsatz ist es wichtig, dass der Bediener die Niveauanzeiger an der Arbeitsbühne verwendet, und auf alle akustischen oder optischen Warnhinweise achtet. Falls der Niveauanzeiger signalisiert, dass die werksmäßig tolerierten Grenzwerte für die Neigung überschritten werden, muss der Bediener die Maschine unverzüglich in eine Position mit geringerem Lastmoment bringen, d. h. die Ausladung reduzieren und den Korb absenken, und dann in eine ordnungsgemäß nivellierte Position zurückfahren. Bei Auslegerbühnen verändern sich beim Schwenken die Stützkräfte unter den einzelnen Stützbeinen ganz erheblich. Das kann im Grenzbereich dazu führen, dass die zulässige Bodenpressung überschritten wird, und der Boden unter einer Stütze nachgibt. Es genügt dann keinesfalls, die Bühne einfach durch Austeleskopieren des Fußes wieder „ins Wasser zu stellen“ – dann muss der Bodendruck reduziert werden, beispielsweise durch die symmetrische Unterbauung mit größeren Last verteilenden Unterlegplatten.


Quelle: IPAF-Journal, www.ipaf.org/de
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