flurfoerderzeuge.de
  STARTSEITE  flurfoerderzeuge.de
Stöcklin baut was die Physik erlaubt
ENZYKLOPÄDIE: Explosionsgefährdete BereicheEnzyklopädie
ENZYKLOPÄDIE: Explosionsgefährdete Bereiche
Als explosionsgefährdeter Bereich gilt nach der europäischen Richtlinie 1999/92/EG, die die Mindestanforderungen zum Schutz der Arbeitnehmer festlegt, der Bereich, in dem eine explosionsfähige Atmosphäre in solchen Mengen auftreten kann, dass besondere Schutzmaßnahmen für die Aufrechterhaltung von Sicherheit und Gesundheit der betroffenen Arbeitnehmer erforderlich werden. Explosionsgefährdete Bereiche unterteilt man nach Häufigkeit und Dauer des Auftretens von explosionsfähiger Atmosphäre in Zonen.

Für Gase, Dämpfe oder Nebel werden die explosionsgefährdeten Bereiche in die Zonen 0, 1 und 2 eingeteilt und für Stäube in die Zonen 20, 21 und 22.

Für Gase, Dämpfe oder Nebel gilt:

O Zone 0: ständig, über lange Zeiträume oder häufig vorhanden
O Zone 1: gelegentlich vorhanden
O Zone 2: selten oder kurzzeitig vorhanden

Für Stäube gilt:

O Zone 20: Wolke ständig, über lange Zeiträume oder häufig vorhanden
O Zone 21: Wolke gelegentlich vorhanden
O Zone 22: Wolke selten oder kurzzeitig vorhanden

► Temperaturklassen

Die höchste Oberflächentemperatur darf die Zündtemperatur der explosionsfähigen Atmosphäre, in der das Flurförderzeug eingesetzt wird, nicht überschreiten. Die Flurförderzeuge sind entweder entsprechend ihrer höchsten Oberflächentemperatur in Temperaturklassen einzustufen oder müssen mit ihrer tatsächlichen maximalen Oberflächentemperatur gekennzeichnet werden.

Explosionsgruppen

Die brennbaren Gase und Dämpfe der Stoffgruppe II werden nach ihrer Zünddurchschlagfähigkeit durch Spalte nach festgelegten Bedingungen (Normalspaltweite) und/oder nach dem Mindeststromverhältnis in die Explosionsgruppe IIA, Explosionsgruppe IIB und Explosionsgruppe IIC eingeteilt. Die Gefährlichkeit nimmt dabei von Explosionsgruppe IIA bis IIC zu. (Die höhere Explosionsgruppe, zum Beispiel IIC schließt die jeweils niedrigeren IIB und IIA ein.)

► Gerätegruppen und Gerätekategorien

Die Richtlinie 94/9/EG unterscheidet explosionsgeschützte Geräte in zwei wichtige Gerätegruppen. Die Gerätegruppe I gilt für Geräte zur Verwendung in Untertagebetrieben von Bergwerken sowie in deren Übertageanlagen, die durch Grubengas und/oder brennbare Stäube gefährdet werden können. Gerätegruppe II gilt für Geräte zur Verwendung in den übrigen Bereichen, die durch eine explosionsfähige Atmosphäre gefährdet werden können. Folglich sind in allen Prozessanlagen oder Lagern, die nicht direkt dem Bergbau zugeordnet werden, Geräte der Gerätegruppe II zu verwenden.

Die Geräte der Gerätegruppe II werden hinsichtlich ihrer Zündquellenfreiheit in Gerätekategorien unterteilt. Nach der Richtlinie 94/9/EG sind Geräte der Gerätekategorie 1 konstruktiv so zu gestalten, dass sie in Übereinstimmung mit den vom Hersteller angegebenen Kenngrößen betrieben werden können und ein sehr hohes Maß an Sicherheit gewährleisten. Geräte der Gerätekategorie 2 sind konstruktiv so zu gestalten, dass sie in Übereinstimmung mit den vom Hersteller angegebenen Kenngrößen betrieben werden können und ein hohes Maß an Sicherheit gewährleisten und Geräte der Gerätekategorie 3 sind konstruktiv so zu gestalten, dass sie in Übereinstimmung mit den vom Hersteller angegebenen Kenngrößen betrieben werden können und ein Normalmaß an Sicherheit gewährleisten.

Diese Definitionen der Richtlinie 94/9/EG bedeuten, dass

O Geräte der Gerätekategorie 3 im Normalbetrieb keine Zündquelle darstellen,
O Geräte der Gerätekategorie 2 darüber hinaus auch bei vorhersehbaren Betriebsstörungen keine Zündquelle darstellen und
O Geräte der Gerätekategorie 1 auch bei seltenen Betriebsstörungen keine Zündquelle darstellen.

Der Zusammenhang zwischen der Gerätekategorie nach der Richtlinie 94/9/EG und der Zonenfestlegung beim Betreiber ist der europäischen Richtlinie 1999/92/EG vom 16. Dezember 1999 zu entnehmen. Nach Anhang II, Punkt B dieser Richtlinie sind in den explosionsgefährdeten Bereichen folgende Kategorien von Geräten zu verwenden, sofern sie für Gase, Dämpfe, Nebel und/oder Stäube geeignet sind:

O In Zone 0 oder Zone 20: Geräte der Kategorie 1,
O In Zone 1 oder Zone 21: Geräte der Kategorie 1 oder der Kategorie 2
O In Zone 2 oder Zone 22: Geräte der Kategorie 1 oder der Kategorie 2 oder der Kategorie 3.

► Zündschutzarten elektrischer Betriebsmittel

Für den Explosionsschutz bei elektrischen Betriebsmitteln in explosionsgefährdeten Bereichen sind mehrere Zündschutzarten nach den europäischen Normen möglich. Hierbei handelt es sich um CENELEC-Normen (Comitée Européen de Normalisation Electrotechnique).

Für Flurförderzeuge ist die Zündschutzart ‚d‘ (druckfeste Kapselung) wichtig. Bei der druckfesten Kapselung sind die Teile, die explosionsfähige Gemische zünden können, in einem zünddurchschlagsicheren Gehäuse eingeschlossen, das einer Explosion des Gemisches im Innern standhält, ohne sich zu verformen und den Flammendurchschlag verhindert. Im Rahmen der europäischen Harmonisierung ist eine von ↑ CEN erarbeitete Norm für ex-geschützte Flurförderzeuge erschienen (EN 1755:2000). Diese Norm berücksichtigt sowohl den Explosionsschutz der elektrischen als auch der nichtelektrischen Komponenten der Flurförderzeuge. Sie gilt sowohl für explosionsgeschützte Flurförderzeuge, die in explosionsgefährdeten Bereichen der Zonen 1 und 2 als auch für solche, die in den Zonen 21 und 22 eingesetzt werden.

► Zulassung explosionsgeschützter Flurförderzeuge

Explosionsgeschützte Flurförderzeuge müssen entsprechend der europäischen Richtlinie 94/9/EG, die durch die elfte Verordnung zum Gerätesicherheitsgesetz in nationales Recht überführt worden ist, konstruiert, geprüft und in Verkehr gebracht werden. Danach sind die elektrischen Geräte und Komponenten sowie der Dieselmotor eines Flurförderzeugs der Gerätekategorie 2, die für den Einsatz in Zone 1 oder 21 geeignet sind, durch eine benannte Prüfstelle zu beurteilen, die für diese Geräte und Komponenten EG-Baumusterprüfbescheinigungen ausstellt. Für die nichtelektrischen Komponenten eines Flurförderzeugs der Gerätekategorie 2 sowie für das Gesamtgerät reicht hingegen eine Herstellererklärung aus. Das gilt ebenso für Flurförderzeuge der Gerätekategorie 3, die sich für Einsätze in den Zonen 2 und 22 eignen, und zwar sowohl für die Komponenten (elektrische und nichtelektrische) als auch für das Gesamtgerät. Nähere Einzelheiten sind der Richtlinie 94/9/EG zu entnehmen. Aufgrund der Vielzahl und Schwierigkeit der vorzunehmenden Versuche und Prüfungen ist der Erwerb einer EG-Baumusterprüfbescheinigung langwierig.

► Angebot explosionsgechützter Flurförderzeuge

Explosionsgeschützte Flurförderzeuge sind in verschiedenen Bauarten auf dem Markt: Elektro-Fahrersitz-Gabelstapler (EFG), Diesel-Fahrersitz-Gabelstapler (DFG), Elektro-Geh-Gabelstapler (EGG), Elektro-Geh-Gabelhochhubwagen (EGV), Elek­tro-Geh-Gabelhubwagen (EGU), Schlepper (EFZ) und Plattformwagen (EFW).

Dabei handelt es sich in der Regel um Fahrzeuge der Gerätekategorie 2 oder 3 (geeignet für den Einsatz in explosionsgefährdeten Bereichen der Zonen 1 und 2), meist der Temperaturklasse T4 und der Explosionsgruppe IIB. In diesem Zusammenhang ist festzustellen, dass es bislang noch keine Flurförderzeuge für den Einsatz in der explosionsgefährdeten Zone 0 gibt. Die europäische Norm EN 755:2000 gilt ebenso nur für Flurförderzeuge der Gerätekategorien 2 und 3. Der konstruktive Aufwand eines Flurförderzeugs, das für den Einsatz in Zone 0 geeignet sein soll, ist sehr hoch und bedarf einer Einzelfallbeurteilung.
UNTERNEHMENSNACHRICHTEN
21.06.2018

Toyota Material Handling Deutschland GmbH

Neues Service-Tool T-Stream

Globale Trends wie E-Commerce und Digitalisierung verändern die Intralogistik rasant. Eine hohe Auslastung ist gefragt. Toyota Material Handling ...  MEHR
18.06.2018

FRONIUS Deutschland GmbH Perfect Charging

Optimale Performance bei minimalem Stromverbrauch

In der Produktionslogistik setzt Lebensmittel-Hersteller FELIX Austria seit Jahren immer mehr auf batteriebetriebene Flurförderzeuge. Schritt für ...  MEHR
14.06.2018

Jungheinrich Aktiengesellschaft

Lithium-Ionen-Großauftrag

Der mexikanische Logistikdienstleister Seglo Logistics, eine Tochter der Wolfsburger Schnellecke Gruppe, hat bei Jungheinrich 19 Schubmaststapler vom ...  MEHR
12.06.2018

Continental Reifen Deutschland GmbH

Conti und Toyota starten Kooperation

Continental und Toyota Material Handling schließen sich nach Unternehmensangaben zusammen: Alle Traigo80 Gabelstapler, die seit dem 01. April 2018 ...  MEHR
08.06.2018

UniCarriers Germany GmbH

Wechsel an der Spitze

Führungswechsel bei der UniCarriers Europe AB mit Hauptsitz im schwedischen Mölnlycke: Als neuer Präsident verantwortet Masashi Takamatsu seit dem 1. ...  MEHR
06.06.2018

YALE ••• Hyster-Yale Deutschland GmbH

Yale erweitert Schlepperproduktreihe

Yale Europe Materials Handling erweitert seine Schlepperproduktreihe um zwei neue Modelle mit höheren Zuglasten. Der Yale® 3-Rad-Schlepper MT70 und ...  MEHR
05.06.2018

Linde Material Handling GmbH

Innovation zum Ausgleich von Bodenunebenheiten

Die Neuentwicklung des hochreaktiven Assistenzsystems Active Stability Control (ASC) von Linde Material Handling soll Schmalganggeräte künftig ...  MEHR
NEWSLETTER
Ihre E-Mail-Adresse:
Abschicken
Nach der Anmeldung
erhalten Sie von uns eine
E-Mail. Bitte bestätigen Sie
den Link in der E-Mail.
Lectura Specs
Hier finden Sie weitere Artikel, die in unserem NEWS-Archiv hinterlegt sind. ... 
Google  
Web nur FFZ